Discovery System einfach gemacht

Wieso kompliziert, wenn es auch einfach geht?

Von Beginn an bis zur vergangenen Sitzung des Kurses, haben wir uns mit dem Bauen eines Discovery Systems auf die herkömmliche, manuelle, rohe Art befasst. Dieses Mal soll alles anders werden. Wir lernen eine Software kennen, die uns die zahlreichen manuellen Schritte ersparen kann, und die wir als Komplettlösung einsetzen können: Vufind. Im Unterschied zu den bisher angewendeten Tools, ist Vufind eine Software, die von Bibliotheken für Bibliotheken entwickelt wurde und zahlreiche Konfigurationen bereits im Grundpaket mitliefert. Aus Usability Sicht – und die darf bei mir nie fehlen – ist hervorzuheben, dass das Design der Website Oberfläche von Haus aus responsive ist. Auf den ersten Blick scheint dieses Vufind also keine Schwachstellen zu haben. Nicht ganz. Da es von Bibliotheken für Bibliotheken bereitgestellt wird, konzentrieren sich die unterstützten Datenstandards sehr stark auf, naja, ihr wisst schon, MARC. Direkt können in Vufind MARC21 und MARCXML Daten importiert werden. Möchte man trotzdem anders denkende Daten importieren, so kann ein Plugin vielleicht weiterhelfen. Dieses haben wir jedoch nicht ausprobiert.

Versuchen wir also Vufind zu installieren und einzurichten. Wie schon traditionell in diesem Kurs, arbeiten wir uns durch ein Tutorial.  Diese wurde ursprünglich von Stefan Niesner geschrieben und von unserem Dozenten für dieses Modul aktualisiert. Wir bearbeiten dafür die Kapitel 3 bis 9. Die einzelnen Schritte sind im Tutorial sehr gut beschrieben, so dass ich relativ rasch voran komme. Zwischendrin importieren und indexieren (mit Solr) wir die Daten in MARCXML gemäss Skript Kapitel 6.2. Dafür nutzen wir wieder Daten von der ETH Bibliothek („Rare Books“). Einzig beim Anpassen der Katalogoberfläche (Tutorial Kapitel 7), scheint der Wurm drin zu sein. Das neue Theme möchte einfach nicht das Tageslicht erblicken wie es soll. Schlussendlich erscheinen aber doch noch die Tannenbäume im mystischen Wald. Am Ende angelangt, muss ich zugeben, dass dank Vufind in verhältnismässig kurzer Zeit, ein anständiges Discovery System mit eigenen Themes, Facetten und sogar Kataloganreicherungen gebaut werden kann. Für diejenigen, die es nicht glauben sei noch folgender Screenshot als Beweis gegönnt:

Vufind screenshot
Discovery System mit Vufind

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass Vufind sich sehr gut eignet, wenn man ein gewöhnliches Discovery System out of the box ohne sonstigen Schnick Schnack benötigt. Vor allem kleinere Bibliotheken ohne eigene IT Abteilung können davon profitieren. Möchte man jedoch flexibel bleiben, und/oder ein innovatives Discovery Portal anbieten, so ist der „manuelle“ Weg zu empfehlen. Beide Wege haben also ihre Daseinsberechtigung. Aus persönlicher Sicht, bin ich froh, dass wir beide Varianten im Kurs ausprobieren konnten.

Hallo, ist hier jemand?

Ja, liebe Z39.50, wir sind noch da. In der zweiten Tageshälfte beschäftigen wir uns mit der anderen, bisher ein bisschen vernachlässigten Schnittstelle um Daten abzurufen. Wir grasen noch einige Daten via Z39.50 Schnittstelle ab, und laden auch diese in Vufind hoch. Für das Harvesting benutzen wir MarcEdit . Diese Software ist sozusagen eine One-Man-Show: Terry Reese, Bibliothekar an der Ohio State University, entwickelt sie seit 1999 im Alleingang. Wir installieren und starten also das Programm auf unseren Rechner. Dafür folgen wir der Anleitung im Skript Kapitel 6.3. Die Installation klappt sehr gut und wir sind schon bereit, die Daten abzurufen. Hierfür folgen wir Kapitel 6.4 im Skript. Weil es ja sonst langweilig wäre, versucht das Schulnetzwerk uns einen Strich durch die Rechnung zu machen. Wir können keine der Schnittstellen mittels Z39.50 Client erreichen. Zum Glück borgt uns unser Dozent sein WLAN aus, so dass wir trotzdem zu den ersehnten Daten kommen. Die Daten laden wir uns von der Schnittstelle des NEBIS Verbunds herunter und indexieren sie gleich auch in Vufind. Dank MarcEdit klappt das Ganze recht gut und unkompliziert. Da wären wir schon bei der Kritik: Ohne ein solches Programm, wäre es nie und nimmer so einfach gewesen, die Daten via Z39.50 zu laden.  Als ob dies nicht schon genug wäre, mit MarcEdit können sogar Crosswalks ausgeführt werden.  Dafür wäre es aber jedoch von Vorteil, wenn man XSLT (Extensible Stylesheet Language Transformation), eine Programmiersprache zur Umwandlung von XML Dokumenten, beherrschen würde. Diese zu lernen, hätte jedoch den Rahmen des Kurses wahrscheinlich deutlich gesprengt. Wir sind also einfach froh, dass wir auch von Z39.50 Gebrauch machen konnten und ziehen vor Terry Reese den Hut für seine Erfindung.

 

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